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Teichpflanzen für Schwimmteiche

Teichbau
Teichpflanzen im Schwimmteich
Unter dem Oberbegriff Teichpflanzen  oder Wasserpflanzen wird umgangssprachlich alles einsortiert was im, am oder unter Wasser wächst. Für eine gezielte Planung reicht eine derart grobe Einteilung nicht aus. Obwohl es sich bei einem Schwimmteich um die Weiterentwicklung der Gartenteichidee handelt, gibt es doch Besonderheiten.
1. Je nach Schwimmteichtyp fallen die Pflanzzonen unterschiedlich aus. Typen der Klasse 1-3 sind naturnah angelegt und kommen mit relativ wenig Technik aus. Sie verfügen über großer Regenerationsflächen, die artenreich bepflanzt werden können.  Anders sieht es bei den Teichtypen 4-5 aus. Die technischen Einrichtungen übernehmen einen Großteil der Reinigungsaufgaben und die vorgesehenen Pflanzzonen sind knapp bemessen. Der Nährstoffgehalt ist deutlich reduziert. Hier können sich nur spezialisierte Arten behaupten.
2. Der Schwimmteich selbst ist in drei Bereiche aufgeteilt. Die Schwimmzone bleibt immer unbepflanzt. Die Klärzone ist in der Regel dicht mit Repositionspflanzen besetzt. Die Regenerationszone bietet Platz für Zierpflanzen wie Seerosen, Unterwasserpflanzen und Uferpflanzen.
3. Bei Schwimmteichen handelt es sich um künstlich nähstoffverarmte Gewässer. Das heißt, es sind nur geringe bis mittlere Mengen an Nährstoffen im Wasser gelöst.  Bildhaft gesprochen herrschen hier wüstenähnliche Verhältnisse. Dies ist auch einen Grund, warum sich die beiden Wünsche „glasklares, nährstoffarmes Wasser“ und „üppiges Pflanzenwachstum“ schwer in Einklang bringen lassen.

Rolle und Funktion der Pflanzen
Vielfach werden Wasserpflanzen als Hauptakteure bei der Reinigung des Gewässers beschrieben. Dies ist bereits seit Anfang der 90er Jahre durch Untersuchungen widerlegt. Tatsächlich muss man den Anteil an der Reinigungsleistung bei 5-10% einordnen. Die wesentliche Arbeit übernehmen Mikroorganismen. Diese Erkenntnis sollte aber nicht zu dem Rückschluss führen, dass Pflanzen funktionell  bedeutungslos sind. Sie tragen über die Belüftungshohlräume in den Stängel-, Rhizom- und Wurzelsystemen Sauerstoff in den Teichboden ein und ermöglichen auch hier Kleinlebewesen und Bakterien zu leben und ihre Abbauleistungen unter aeroben Bedingungen zu entfalten. Sie lockern durch ihr permanentes Wurzel- und Rhizomwachstum den Boden auf und verhindern damit eine Verstopfung von Filterkieskörpern. Pflanzen sind somit ein wichtiges Rad im Getriebe der Wasserreinigung. Ohne die Pflanzen könnten wichtige Prozesse nicht ablaufen, oder würden zumindest gestört. Vereinfacht kann man den Vergleich zu einem Restaurant heranziehen. Die Mikroorganismen sind die Köche, die aus den verschieden Zutaten ein schmackhaftes Gericht zubereiten. Die Pflanzen nehmen die Mahlzeit auf und wandeln sie in zusätzliches Körpergewicht um.
Nicht zu unterschätzen ist die Rolle der Wasserpflanzen beim Abbau von Phosphaten. Diese sind, um im Bild zu bleiben, das Salz in der Suppe. Phosphate können nur schwer eliminiert werden. Hier kommt den Pflanzen eine wichtige Rolle zu.


Pflanzenverwendung
Pflanzen werden in Schwimmteichen aus zwei unterschiedlichen Ansätzen verwendet:
  • als „Repositionspflanzen“ mit dem Ziel der Wasserreinigung
  • als „Zierpflanzen“ mit dem Ziel der optisch- ästhetischen Gestaltung
Teichpflanzen WurzelnRepositionspflanzen (von lat. reponere = Wiederherstellen) sind Planzen denen eine hohe Reinigungsleistung zugeschrieben wird. Per Definition sind damit stark wurzel- oder rhizombildende Pflanzen gemeint. Genau genommen müsste man aber auch die wurzellosen Unterwasserpflanzen dazuzählen. Durch ihre stark gefiederten oder gefächerten Blätter haben sie eine große Assimilationsoberfläche , die der direkten Nährstoffaufnahme aus dem Wasser dient. Die starke Wurzelbildung der Repositionspflanzen führt nach einigen Jahren zu einer dichten Verfilzung des Kiesbettes. Dies ist gewollt und nicht schädlich.  Man sollte sich dessen aber bewusst sein, wenn man mit Ratschlägen einiger Schwimmteichanbieter konfrontiert wird, die empfehlen den Kieskörper alle 5 Jahre auszutauschen. Das ginge nur mit einem Bagger und ist ohne Beschädigung der Folie kaum zu realisieren.
Unterwasserpflanzen sind auf ein ausreichendes Nährstoffangebot angewiesen. Oftmals werden Unterwasserpflanzen in junge Schwimmteiche eingesetzt, weil sie in den gängigen Fachpublikationen als unverzichtbares  Element der Wasserreinigung angepriesen werden. Die Enttäuschung ist dann groß, wenn die eingesetzen Pflanzen schon nach kurzer Zeit wieder verschwinden. Bevor hier viel Geld für nichts ausgegeben wird, ist es ratsam zunächst eine Probeanpflanzung vorzunehmen um zu testen ob sich die jeweilige Unterwasserpflanze etablieren lässt.
Die im folgenden als Zierpflanzen bezeichneten Arten haben die Aufgabe den Schwimmteich optisch zu bereichern. Hier steht der Blühaspekt, der dekorative Wuchs oder die ästhetische Blattform im Vordergrund. Leider sind viele geeignete Arten wahre Nährstoffzehrer, die sich im kargen Milieu des Schwimmteichs schwer zurechtfinden. Zumindest nicht in neu gebauten Schwimmteichen. Nach einiger Zeit bilden sich aber im Kiessubstrat Mulmschichten, die als Nährstoffquelle herhalten können. Auch hier gilt der Ratschlag, zunächst eine Probeanpflanzung vorzunehmen und bei Erfolg weitere Pflanzen der getesteten Art nachzupflanzen.

Den Repositionspflanzen werden folgende Wirkungen zugeschrieben:
  • Eintrag von Sauerstoff
  • Eintrag von organischen Verbindungen
  • Nährstoffverbrauch
  • Offenhalten der Substratschicht durch „Wühlarbeit“ der Wurzeln
  • Bildung von aeroben und aneroben Bereichen für die Nitrifikation und Denitrifikation durch Mikroorganismen
  • Kohlenstoffquelle für Bakterien
  • Beschattung des Filterbereichs
  • zum Teil Abgabe alleopathischer Stoffe durch UW-Pflanzen zur Algenhemmung
Standortfaktoren, Pflanzengesellschaften
Bei der Vielfalt der im und am Wasser lebenden Gewächse ist es selbst für Biologen schwierig, den Überblick zu behalten. Der Laie wendet entweder die „trial and error“ Methode an oder versucht, sich an den Angaben auf den Pflanzenetiketten zu orientieren. Als Standortfaktoren sind dort in der Regel aber nur  die Licht-Schattenverhältnisse und die bevorzugte Wassertiefe angegeben. Die Botanik kennt feinere Einteilungen, wie z. B. die Ellenbergschen Zeigerwerte. Heinz Ellenberg hat sich die Mühe gemacht die einzelnen Arten zu bewerten und die Ergebnisse in eine Tabelle aufzulisten. Die Faktoren sind die Lichtzahl, die Temperaturzahl, die Kontinentalität, die Feuchtezahl, die Reaktionszahl, die Stickstoffzahl, der Salzgehalt die Schwermetallresistenz und die Angabe des Lebensformtyps.  Die Werte werden in Korrelation zu den Ergebnissen einer Wasseranalyse gesetzt. Danach ist bei entsprechender Sortierung der Tabellenspalten eine Aufstellung einer Auswahlliste möglich.
Im wesentlichen werden Pflanzengesellschaften durch abiotische Faktoren bestimmt. Diese Teilen sich in drei Gruppen:
1. klimatische Faktoren: Licht, Temperatur, Kontinentalität, Mikro- und Makroklima
2. Bodenfaktoren: Bodenart, Gefüge, Nährstoffgehalt
3. Wassereigenschaften: Nährstoffgehalt, Härtegrad, PH-Wert, Strömung, Wassertiefe
Neben abiotischen Faktoren gibt es noch die bio-tischen Faktoren, die in erster Linie das Konkurrenzverhalten der Wasserpflanzen beschreiben.
Aus all diesen Informationen könnte man jetzt eine passende Pflanzengesellschaft bilden.
Wer seine verbleibende Lebenszeit anders nutzen möchte, setzt die Pflanzen so in Grupppen zusammen, dass sie ein hübsches Bild ergeben.
Pflanzkonzept
Teichpflanze ohne TopfEntweder folgt ein Pflanzkonzept den eigenen Vorstellungen oder es orientiert sich am Vorbild der Natur. Die natürlichen Verhältnisse werden durch die vorgegeben Tiefen definiert und erfüllen eigene Funktionen.
Die Vegetationstragschichten sollten nicht zu grobkörnig sein. Eine Korngröße von 2-8 ist optimal. Das Größtkorn sollte nicht über 16mm liegen.
Idealerweise setzt man die Pflanzen in den Monaten Mai-August. Danach bilden sich einzelne Arten bereits zurück, werden gelb und beginnen sich auf Herbst und Winter vorzubereiten.  Je nach Bauverlauf lässt sich dieser Zeitpunkt aber nicht immer erreichen. Die Sorge, das der Teich „umkippen“ könnte, weil er einige Monate unbepflanzt bleibt, ist unbegründet. Es ist besser im Frühjahr mit frischen Pflanzen zu beginnen als Schäden in Kauf zu nehmen, weil sich die Pflanzen nicht ausreichend akklimatisieren konnten.
Bei der Wahl der Pflanzen sollte man heimischen Pflanzen den Vorzug geben, die im Freiland kultiviert wurden. Diese sehen auf den ersten Blick nicht ganz so gut aus wie die Exemplare aus gut gedüngten Gewächshauskulturen. Sie sind aber robuster und etablieren sich schneller. Die Notwendigkeit auf exotische Vertreter zurückzugreifen besteht nicht und birgt nur ein unnötiges Risiko für die Umgebung. In Portugal zum Beispiel ist sowohl der Handel als auch der Besitz  der Wasserhyazinthe gesetzlich verboten. Wasserhyazinthen bereiten in wärmeren Gewässern außerhalb ihrer Heimat erhebliche Probleme aufgrund ihres enormen Ausbreitungspotentials. Mitunter sind ganze Gewässersysteme nicht mehr befahrbar, da die Wasserhyazinthen die Fahrwege verstopfen. Auch bei uns gibt es derartige Verwilderungen nicht einheimischer Pflanzen an Gewässern.
Die Wasserpflanzen werden üblicherweise im 8er-9er Topfballen kultiviert. Häufig wird die Frage gestellt, ob man den Pflanzkorb entfernen soll oder nicht. Anders als in kleinen Gartenteichen, wo eine Ausbreitung verhindert werden muss, kommt es in einem Schwimmteich auf eine gute Durchwurzelung des Substrats an. Deshalb muss der Korb entfernt werden. Die an den Wurzeln anhaftende Erde belässt man dort. Sie ist ein mineralischer Pufferspericher und erleichtert der Pflanze das eingewöhnen.
Die Pflanzen sollten in artengleichen Gruppen von 4-6 Stück zunächst randnahe gesetzt werden. Sie breiten sich dann von selbst in die tieferen Zonen aus. Ist auf dem Pflanzenetikett die Wassertiefe als Bereich angegeben, z.B. 10-30 cm, dann ist der erste Wert die Einpflanztiefe. Davon ausgenommen sind reine Tiefwasserpflanzen wie z. B. Seerosen. Stark wuchernde Röhrichtpflanzen können durch Steinwälle innerhalb der Kiesschicht in ihrem Ausbreitungsdrang behindert werden.


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