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Die Ursachen einer verstärkten Algenbildung im Teich

Algen
Algen Teich
Algen sind grundsätzlich kein Indiz für schlechte Wasserverhältnisse oder einen kranken Teich. Ein moderates Algenaufkommen gehört in einem natürlichen Gewässer dazu und sollte toleriert werden. Problematisch ist nur eine übermässige Vermehrung einzelner Algenarten durch günstige Wachstumsfaktoren. Bei einem Schwimmteich oder Naturpool können diese Einflussfaktoren anders sein als bei einem Koiteich oder Gartenteich.  Nicht selten kommen mehrere Faktoren zusammen, die eine schnelle Algenausbreitung begünstigen.
Die einzelnen Wasserparameter verändern sich
Auch wenn ein Teich in der Regel ein stehendes Gewässer ohne Zulauf ist, wird sich die Wasserqualität verändern. Durch Verdunstung entweicht nur destilliertes Wasser, das reine H2O. Dadurch kommt es zu einer schleichenden Aufdüngung der Inhaltsstoffe. Regen und Wind tragen neue Nährstoffe ein. Biologische Prozesse durch Pflanzen, Tiere und Mikroorganismen verändern das Gewässer durch den Nährstoffumbau. Dazu kommen biochemische Reaktionen, wie z.B. die biogene Entkalkung. Wichtig sind in diesem Zusammenhang die Härtebildner insbesondere die Karbonathärte. Diese hat eine Pufferfunktion und sorgt dafür, das der ph-Wert nicht auf und ab „springt“. Dieser Säuren- und Basenhaushalt schwankt im Tagesverlauf. Eine anhaltende, starke Änderung in den oberen oder unteren Bereich führt zu einer schlechten Wasserqualität, da viele Prozesse behindert werden. Das kann eine Algenvermehrung begünstigen.

Überdüngung und versteckte Nährstoffquellen
Nicht nur der übermäßige Eintrag von Fischfutter, sondern auch nicht entfernte Pflanzenbestandteile und Blätter im Herbst, bilden im Frühjahr oft die Nährstoffgrundlage für nachwachsende Algen. Unterschätzt wird auch das Einlaufen von Oberflächenwasser bei Starkregen durch unzureichende Kapillarsperren. Eingespülter Rasendünger oder Bodennährstoffe führen zu einer besonders guten Versorgungslage. Die Alge dankt es durch eine explosiver Ausbreitung.  Ergiebige Niederschläge, die gebundene Stickstoffe und Phosphate in den Teich einbringen, decken den Nährstofftisch für die Alge. Empfehlungen wie die Nutzung von Harnstoffdünger für besseres Pflanzenwachstum werden oftmals falsch angewandt. Der Harnstoff wird direkt ins Wasser gegeben statt ihn auf die Pflanzenblätter zu sprühen.

Viele Nährstoffquellen bleiben unbeachtet, da hier keine Nährstoffabgabe vermutet wird. Dazu gehören zum Beispiel Phosphatemissionen von Filtersubstraten. Einige Flusskiese sind dafür berüchtigt. Die angelagerten Phosphate werden über einen langen Zeitraum kontinuierlich an das Wasser angegeben. Auch Leitungswasser als Füllwasser bleibt oft als Phosphatlieferant unbeachtet. Der erhöhte Phosphatgehalt wird oft als Schutz vor einer Verkalkung der Wasserleitungen dargestellt. Denkbar ist aber auch, das die Klärwerke große Probleme haben die gelösten Phosphate zu binden.
Besonders fatal: Es werden "biologische" Algenbekämpfungsmitteln auf Basis von Fruchtsäuren, Salicylsäure und Chelatoren verkauft, die bewusst mit einer sehr starken Überdüngung arbeiten. Die Beimengung von Phosphaten muss nicht deklariert werden. Diese Nährstoffbombe bringt tatsächlich speziell Fadenalgen zum absterben. Wenn man Pech hat, siedeln sich anschliessend Blaualgen (Schmieralgen) an. Diese überziehen die Folie mit einem festsitzenden, schmierigen Belag. Die Überdüngung lässt sich nur mit größtem Aufwand und mehrfachem Wasserechsel wieder rückgängig machen.
Licht und Wassertemperatur als Auslöser für Algenwachstum
Licht ist die eigentliche Energiequelle zum Aufbau der Pflanzensubstanz bzw. der Algendichte. In klarem Wasser ist Licht im Überfluss vorhanden und gelangt bis in die tieferen Zonen. Das machen sich einige Spezialisten unter den Fadenalgen zunutze. Es fällt auf, dass in grünen, trüben Wasser nur wenig Fadenalgen wachsen. Hat man es durch Nährstoffverknappung geschafft, dass das Wasser klar und frei von Schwebealgen ist, vermehren sich plötzlich bestimmte Fadenalgen. Das funktioniert auch bei geringem Nährstoffangebot. Diese Algen haben einen Trick entwickelt. Sie bauen kaum noch Stützsysteme auf und brauchen dadurch weniger Nahrungsbausteine. Sie sind nicht mehr fest und kräftig grün, sondern von einer leicht zerfallenden, schleimigen Konsistenz. Zum Ausgleich setzen sie auf eine rasche Vermehrung. In Flachwasserzonen mit guter Lichtdurchdringung ist dies gut zu beobachten.
Führt warmes Wasser ebenfalls zu erhöhtem Algenwachstum? Hier streiten sich die Gelehrten.  Es gibt Aussagen, nachdem unter 10° Wassertemperatur keine Algen wachsen. Leider wissen das nicht alle Algen. Auch hat es den Anschein, dass aufgeheizte Gewässer stärker veralgt sind. Das kann aber auch daran liegen, das vermehrt Algenpolster an die Oberfläche steigen und dadurch stärker ins Auge fallen. Vermutlich hat die Temperatur nur einen indirekten Einfluss. Über 25° nimmt die Sauerstoffsättigung des Wassers deutlich ab. Dadurch sind die biologischen Reinigungsprozesse durch die Mikroorganismen behindert. Es werden weniger Nährstoffe abgebaut, was dann letztlich den Algen zugute kommt.
Durchströmung des Wasserkörpers
Der häufigste Irrtum ist, dass durch Strömung Algen bekämpft werden können. Als Argument wird die verbesserte Sauerstoffversorgung angeführt. Dafür gibt es aber keinen praktischen Belege. In der Praxis kann man das Gegenteil beobachten.  Algen lieben Strömung, vermutlich da diese immer auch eine bessere Nährstoffversorgung bedeutet. Auch darf man nicht vergessen, dass Algen als Pflanzengattung selber im Rahmen der Photosynthese Sauerstoff produzieren. Der Einbau zusätzlicher Pumpen, Quellsteine, Einströmerdüsen, Bachläufe Wasserfälle etc. kann von funktionellem oder dekorativen Wert sein. Eine Algenbildung wird dadurch nicht verhindert oder eingedämmt.

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