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Wie kann man eine verstärkte Algenbildung verhindern?

Algen
Fadenalgen im Schwimmteich
Obwohl jeder Teichbesitzer irgendwann Probleme mit Algen bekommen kann, gibt es erstaunlich wenige fundierte Ratgeberseiten im Netz. Dafür sind die Teichforen voll mit Ratschlägen, die in alle Richtungen führen, sich zum Teil widersprechen oder die sich nur in Warnungen ergehen. Diese Liste zeigt zwölf Möglichkeiten wie man eine verstärkte Algenbildung wieder in den Griff bekommen kann.

Den Nährstoffeintrag senken
Trübes, grünes Wasser ist immer ein Zeichen für zuviel Nährstoff. Damit sind im Wasser gelöste Salze wie Stickstoff oder Phosphor die Hauptnährstoffe. Eingewehtes organisches Material (Laub, Pollen, etc.) ist zunächst nachrangig, da es die Nährstoffe erst nach Zersetzungsprozessen freigibt. Aber auch hier sollte man nicht zu lange warten und es soweit möglich aus dem Teich entfernen. Hauptquellen für einen plötzlichen Nährstoffeintrag sind: Oberflächenwasser aus der Umgebung nach einem Starkregen. Eingespült durch fehlende oder fehlerhafte Kapillarsperre. Nachgefülltes Leitungswasser zum Ausgleich der Verdunstung oder nach dem Einsatz eines Teichsaugers. Das Leitungswasser kann eine deutliche Phosphatbelastung aufweisen, da die Grenzwerte für Trinkwasser hoch sind. Hier empfiehlt sich der Einsatz von Phosphatadsorbern. Zuviel Fischfutter. Nur soviel Futter geben, wie die Fische innerhalb weniger Minuten fressen. Bei ausreichender Teichgröße muss gar nicht gefüttert werden. Entenkot. Eine Ente kann eine ähnlich Menge „Verdauungsmaterial“ produzieren wie ein Mensch. Deshalb und auch wegen möglicher Cerkarienübertragung die Enten vertreiben.

Die Wasserqualität verbessern
Das Teichwasser verändert sich im Laufe der Zeit. Durch Verdunstung (als destilliertes Wasser) werden verbleibende Inhaltsstoffe konzentriert. Andere Stoffe werden durch Pflanzen,Bakterien und Bindungsprozesse reduziert. Deshalb ist es notwenig in Abständen die wichtigsten Wasserparameter zu messen und gegebenenfalls mit Wasserpflegemittel auszugleichen. Besonders auf die Karbonathärte ist zu achten. Diese wird durch Pflanzwuchs verbraucht und ist ein wichtiger Pufferfaktor um starke ph-Wert Schwankungen zu vermeiden. Doch Vorsicht: eine zu starke Aufhärtung kommt auch den Algen zugute.

Bodenablagerungen entfernen
Mulmablagerungen auf dem Boden und den Wandflächen setzen kontinuierlich Nährstoffe frei. Durch Algenverkettungen im Mulm bilden sich unschöne, auftreibende Algenpolster. Das periodische Absaugen mit einem Teichschlammsauger ist eines der wichtigsten Werkzeuge gegen eine übermässige Algenentwicklung. Es sollte so selbstverständlich sein, wie Rasenmähen.
Einige Tage vor dem Teichsaugen lassen sich sehr gut Phosphatbinder in Pulverform oder Algenflockungsmittel einbringen. Diese werden dann in einem Rutsch wieder aus dem Teich entnommen. So können keine Nährstoffe in Rücklösung gehen.

Schwebstoffe herausfiltern
In Koiteichen sind mechanische Filter bis in den mµ Bereich ein typisches Instrument zur Wasserklärung. In normalen Gartenteichen oder in Schwimmteichen wird diesem Aspekt weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Das ist falsch, denn die Partikel sind Nährstoffträger. Des weiteren können sie sich in den biologischen Filterbereichen ansammeln und diese zunehmend verschlammen. Das hat gravierende Folgen für die Gesamtleistung eines Filtersystems. Mangelnde Filterleistung ist dann wiederum Ursache für eine zunehmende Algenausbreitung. Deshalb sollte ein Partikelfilter immer Bestandteil einer Filterkette sein. Dabei muss nicht unbedingt der technische Aufwand eines Trommelfilters betrieben werden. Auch mit kleinem Budget lässt sich eine ausreichende Schwebstofffiltration erzielen, wenn in Stufen von grob zu fein separiert wird. Mit einem höherem technischen Aufwand lassen sich allerdings die Wartungsarbeiten reduzieren.

Phosphatgehalt verringern
Phosphor gilt als limitierender Nährstoff. Ohne dieses Spurenelement ist kein Pflanzen- oder Algenwachstum möglich. In Gewässern herrscht Phosphor in oxidierter Form als Phosphat vor. Viele Expertenratschläge gehen dahin, Phosphat unterhalb einer Grenze von 10 µg/l zu verringern. Das klingt nach einer einfachen Lösung für alle Probleme. Leider lassen sich in einem freien Gewässer keine Laborbedingungen erzeugen. Der Begriff Spurenelement wird einem klar, wenn selbst kleinste zusätzliche Mengen den Phosphatwert nach oben treiben. Ein Zuwachs erfolgt durch Regen, Einschwemmungen, Leitungswasser, abgestorbene organische Masse, Rücklösungen in anaeroben Fiterbereichen, Substratemissionen. Eine dauerhafte Phosphateliminierung ist in einem offenen Gewässer nahezu unmöglich. In Mangelsituation gibt es auch unter den Algen Spezialisten, die sich nicht an die gängige Lehrmeinungen halten. So können manche Fadenalgen auch bei stark limitiertem Phosphatgehalt munter weiterwachsen, solange genug Lichtenergie verfügbar ist. Diese Algen fixieren Phosphor im Übermass in den Zellen (Luxus-Fixation) und greifen darauf in Mangelsituationen zurück. Gerade in Nährstoffarmen Schwimmteichen ist dies häufig zu beobachten. Dennoch ist die kontinuierliche Phosphatbindung ein wichtiger Baustein der Algenbekämpfung. Inzwischen gibt es polymere Adsorber, die sehr gute Anwendungseigenschaften mitbringen und sich leicht in eine Filterkette integrieren lassen.

Abbauleistung der Bakterienkulturen verbessern
Wenn es einen Pokal für die beste Leistung in der Disziplin der Wasserreinigung gäbe, die Bakterien hätten ihn verdient. Sie siedeln sich auf allen Flächen an und wandeln gelöste Nährstoffe dergestalt um, dass sie nicht mehr für die Algen (insbesondere Schwebealgen) verfügbar sind. Sumpf- oder Wasserpflanzen decken ihre Nährstoffbedarf dagegen über die Sedimente im Wurzelraum. Unterwasserpflanzen sind leider von einem nährstoffarmen Milieu ebenso betroffen wie die Schwebealgen und gehen ein. Man kann die Mineralisierung durch Bakterien verbessern indem man gezielt spezielle Kulturen einsetzt (Startertbakterien) die sich dann schnell ausbreiten. Da die Mikroorganismen nur in Substratschichten bis 5 cm ausreichend versorgt sind kann man die Leistung durch einen Trick vervielfachen. Die Substratschicht wird über Wasserverteiler gleichmässig durchströmt. Dadurch kann man die Schichtdicke auf einen halben Meter erhöhen. Das wasser wird galsklar. Noch größere Schichtdicken bringen keinen wesentlichen Leistungszuwachs mehr, da Nährstoffe und Sauerstoff beim Durchgang verbraucht werden. Eine weitere Steigerung ist aber über eine gezielte Sauerstoffanreicherung möglich.
Wichtig ist, das diese biologischen Bodenfilter nach längerer Standzeit einen Wasserwechsel erfahren. Für diesen Vorgang hat sich der Begriff „Rückspülung“ eingebürgert. Während der Standzeit kommt es im Kiessubstrat zu anaeroben Verhältnissen und durch Rücklösung zu einer Aufkonzentration an Nährstoffen. Deshalb muss dieses stark gedüngte Wasser abgepumpt werden, bevor der Filterkreislauf wieder in Betrieb gesetzt wird.

Starke Strömung vermeiden
Bei Besitzern kleiner Gartenteiche herrscht die Meinung vor, man müsste nur eine Pumpe einsetzen und schon wäre das Algenproblem Geschichte. Auch bei Grossteichen wird versucht durch gesteigerte Pumpenleistungen, Quellsteinen, Bachläufen, oder Einströmdüsen einer Algenbelastung Herr zu werden. Das liegt vermutlich an den gängigen Faustformeln der Pumpenhersteller, dass das Teichvolumen ein- bis mehrmals täglich umgewälzt werden muss. Schade nur, dass gerade die unbeliebten Fadenalgen gut durchströmte Bereich bevorzugen und sich dort besonders gut ausbreiten. Daher ist es besser Wasserspiele nicht ständig laufen zu lassen und Wasser über Verteiler oder an mehreren Stellen einzuspeisen, sodass keine Zonen mit starker Strömung entstehen.

Wasserpflanzen gezielt in die Reinigungskette einbeziehen
Wasserpflanzen verbrauchen in der Vegetationsperiode viele Nährstoffe. So schnell die Pflanzen wachsen, so schnell wird das Wasser klar. Bei der Auswahl und dem richtigen Einsatz gilt es einiges zu beachten. Zunächst sollte man den sogenannten Repositionspflanzen den Vorzug geben. Heimische und akklimatisierte Arten verwenden. Diese bilden ein starkes Wurzelwerk aus und können mehr Nährstoffe aufnehmen. Das Kiessubstrat sollte nicht gröber als Korn 16 sein. Weniger ist besser. Die Pflanzerde sollte beim Einsetzen nicht von den Wurzeln entfernt werden. Sie wird als Nährstoffpuffer gebraucht. Den Gitterkorb aber entfernen. Auch wenn für die Wasserpflanze eine Wassertiefe von 50 cm angegeben ist, dürfen die Jungpflanzen nicht in dieser Tiefe ausgepflanzt werden. Es sind keine Unterwasserpflanzen! Immer randnah einsetzen. Die Pflanzen bilden stärkere Halme aus je weniger Wasserüberdeckung sie haben. Unterwasserpflanzen werden in vielen Publikationen speziell für Schwimmteiche empfohlen. Das gilt aber nur für Teiche ohne Filtertechnik. Sonst haben sie haben in dem nährstoffarmen Wasser kaum eine Überlebenschance.
Die Vegetationsperiode kann verlängert werden, wenn man Pflanzbereiche zwischendurch ausdünnt. Dadurch wird ein erneutes Austreiben angeregt. Am Ende der Saison sind alle Wasserpflanzen zurückzuschneiden und das Grünmaterial zu entfernen.

Den Lichteinfall begrenzen
Ohne Lichtenergie findet keine Photosynthese statt. Somit kein Grünwachstum.
Schon durch Abschattung etwa über Sonnensegel oder Schwimminseln kann man eine Algenvermehrung eindämmen. Das ist aber bei Großteichen nur eingeschränkt möglich. Auch können in der Nähe stehende, Schatten spendende Bäume im Herbst durch Laubfall zu einem Problem werden. Wen es nicht stört, dass das Wasser eine leichte Färbung bekommt, kann mit Huminsäuren z.B. aus Torf einen Lichtfilter erzeugen. Einige Algizide setzen auf einen Wirkstoff, der die Aufnahme der Lichtenergie in der Pflanze selbst blockiert.

Organisches Material entfernen
Im Herbst weht Laub in den Teich, wenn er nicht durch ein Netz geschützt ist. Auch im Jahresverlauf kommt es zu einem ständigen Eintrag von organischen Material. Dieses sollte intervallmässig mit einem Kescher oder Teichsauger entfernt werden. Wenn es länger im Wasser verbleibt, fängt es an sich zu zersetzen.
Nahezu jeder Ratgeber mündet in der Empfehlung, dass man Fadenalgen mechanisch durch abfischen entfernen sollte. Solange sie frisch und grün sind, geht das auch. Wenn die Algen mit beginnender Nährstoffknappheit in eine blasse, schleimige Konsistenz wechseln, kann man den Ratschlag vergessen. Teilerfolge sind vielleicht noch mit einem Kescher möglich. Wenn man sehr kräftig ist. Die instabilen Algen lassen sich nicht mehr mit einer Harke oder einem Stab aufnehmen. Sie zerfallen bei dem Versuch. Die zerrissenen Stücke treiben in alle Ecken und Winkel und wachsen in Kürze zu neuen Büscheln heran. Durch den Versuch die Algen zu entfernen hat man ihnen ungewollt bei der Vermehrung geholfen. Spätestens jetzt sollte man über den Einsatz eines wirkungsvollen Algenmittels nachdenken. Sind die Algen und Ihre Sporen abgetötet, ist es wichtig, dass man die Rückstände mit dem Teichsauger entfernt.

Natürliche Hemmstoffe und Antagonisten einsetzen
Empfehlungen zu Huminsäuren (Einfärbung, ph-Senkung), Gerbstoffen, Erlenzapfen, Stroh, Gerstenstroh-Pellets und Torf haben ihren Ursprung in der Aquaristik-Szene.
Auch gute Erfahrungen lassen sich auf große Gewässer nicht 1:1 übertragen, da das Mischungsverhältnis ganz anders ist. Dennoch gibt es zum Teil erstaunliche Erfolge. Diese lassen sich nicht immer reproduzieren, sodass Enttäuschungen bei der Algenbekämpfung einkalkuliert werden sollten. Da sich die Kosten im Rahmen halten und kaum mit einer Negativwirkung zu rechnen ist, kann ein Versuch nicht schaden.
Es gibt Antagonisten wie Zooplankton oder algenfressende Fische bzw. Amphibien. Auf den ersten Blick eine durchaus sympathische Lösung.  Wenn man davon absieht, dass Zooplankton bei Fischbesatz eher auf dem Speisezettel der Fische landet als die Algen selbst.

Chemische oder technische Algenbekämpfung
Wer sagt: “In meinen Teich kommt keine Chemie!“ der verkennt, dass dort auch ohne Einflussnahme jede Menge chemische Prozesse ablaufen. Allerdings, je wirkungsvoller ein Mittel ist, desto größer sollte die Sorgfalt im Umgang damit sein. Nicht umsonst verlangt die Biozidverordnung zusätzliche Warnhinweise auf jeder Verpackung und in den Verkaufspublikationen. Hersteller und Handel sind hier in der Pflicht. Auch der Anwender hat die Pflicht, die Warnhinweise und Gebrauchsanleitungen zu befolgen um einen Schaden am Biotop und seinen Bewohnern zu vermeiden. Eine Dauerzugabe ist zu vermeiden, schon im Hinblick auf mögliche Resistenzen. Unter diesen Voraussetzungen kann der Einsatz von chemischen Algenmitteln die gewünschte Hilfe bringen. Daneben gibt es technische Hilfsmittel wie UVC-Klärer, Kupferionisatoren, Ozon-Reaktoren, oder Ultraschallsender. Nicht jedes dieser technischen Geräte ist unproblematisch.
Zu diesem Thema noch eine Anmerkung in eigener Sache. Wir bieten in unserer Teichapotheke nicht das gesamte Spektrum der Möglichkeiten an. Bei der Zusammenstellung des Sortiments  haben wir eine Reihe von Kriterien geprüft und wenn möglich den persönlichen Kontakt zu Herstellern oder Anbietern gesucht.
● Welche Einstellung hat der Hersteller/Anbieter?
● Wird eigene Forschung betrieben?
● Kann das Know-how überzeugen?
● Wie sind die Kundenerfahrungen zu dem Produkt?
● Werden die Wirkstoffe klar deklariert?
● Ist es ein Depotwirkstoff oder baut er sich wieder ab?
● Werden in der Rezeptur die Grenzwerte ausgereizt oder gibt es Sicherheitsreserven?
● Sind die Produktbeschreibungen realistisch oder werden „Wundermittel“ angepriesen?
Wenn wir ein Produkt eines bekannten Herstellers nicht im Programm haben, bedeutet dies aber nicht , dass es sich um ein schlechtes Mittel oder einen fragwürdigen Hersteller handelt. Aus rein kaufmännischen Gesichtspunkten ist es unökonomisch mehrere Mittel des gleichen Wirkstoffs zu führen.



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